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Armin Hartenstein: Caldera  
   
November, 24th until January, 16th, 2007  
   

Armin Hartensteins Installation für die Galerie Haus Schneider Uschi Kolb besteht aus Bildern und Pflanzen, die wie Vertreter gigantischer Naturphänomene - Vulkanismus und Tropenwald - auf verschiedene Ebenen der Wahrnehmung einwirken. Seine zweidimensionalen Bildwerke erscheinen durch ihre renaissancehafte Trompe-l–€™Oeuil-Manier ungeheuer plastisch und trotz ihrer bescheidenen Größe wie raumgreifende Objekte oder Wandskulpturen.

 

Die Pflanzenarrangements, in praktischen Kübeln und Kästen arrangiert, symbolisieren in ihrer Ausschnitthaftigkeit die Gewalt ursprünglicher Vegetation, sobald sie den Fesseln menschlichen Zugriffs entfernt ist. En miniature in den white cube einer Galerie gebannt und quasi –€ždomestiziert–€œ rufen diese Repräsentanten Ahnungen von entwicklungsgeschichtlichen Vorgängen wach, die sich weit außerhalb des Kunstbetriebs, außerhalb unserer Zivilisation abspielen, und denen sich der Betrachter in der umgekehrten Situation, also am Rande eines Vulkankraters oder inmitten tropischen Dickichts, hilflos ausgeliefert fände.

 

Während die gewaltigen Vulkankrater in Hartensteins Bildern seltsam kühl, entrückt und ästhetisch wirken –€“ kostbaren Intarsienarbeiten aus edlen Hölzern in barocken Schlossausstattungen nicht unähnlich, in denen ebenfalls häufig illusionistische Landschaften dargestellt waren, stehen die lebenden, dicht gedrängten Pflanzenskulpturen direkt im Raum, sie vermitteln das Gefühl unvermittelter und vehementer Präsenz. In unseren sogenannten gemäßigten Klimazonen rufen diese ehedem kostbaren exotischen Gewächse, die oft unter größten Gefahren und Strapazen von frühen Forschern geborgen und auf unsicheren Handelsschiffen über die Weltmeere nach Europa transportiert wurden, heute in unseren Haushalten, Firmenfoyers und öffentlichen Anlagen kaum noch Erinnerungen an ihren –€žwilden–€œ Ursprung wach. In Gartencentern und Supermärkten billig erhältlich verweisen sie nur noch schwach auf exotische Sehnsüchte –€“ wie das Tigermuster auf einer Plüschdecke.