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Jenny Scobel

Not in Nottingham

 

Malerei

 

Eröffnung der Ausstellung: Samstag, 15. Mai 2010,
18-20 Uhr
Ausstellungsdauer: 18. Mai bis 2. Juli 2010

 

 

 

 

 

 

Wir freuen uns, mit der Ausstellung Not in Nottingham Werke der amerikanischen Künstlerin Jenny Scobel in unserer Galerie präsentieren zu dürfen.

 

Jenny Scobel (geb. 1955 in Orville, USA –€“ sie lebt und arbeitet in New York) zeichnet feingliedrige Porträts auf mit Gips und Marmormehl grundierten Holztafeln, die mit einer schützenden Wachsschicht versiegelt sind. Den Darstellungen –€“ meist Frauen  –€“ liegen Vorlagen aus Zeitungsbildern oder Zeitschriften, genauso wie aus bekannten Werken der Kunstgeschichte zugrunde, einige Bilder zeigen Porträts ihrer Freundinnen. Ein Gesicht, ein Kopf kann dabei in verschiedenen Gemälden wiederkehren, stets jedoch vor neuem Hintergrund und mit einem –€žfremdem–€œ Körper versehen. In den jüngeren Arbeiten dient Jenny Scobel vornehmlich der eigene Körper als Modell, in ausgesuchten Kleidern aus dem Second-Hand-Markt.

Die Dargestellten sind in Hüftbildern und zumeist frontal porträtiert. Aus nächster Nähe zum Bildrand präsentieren sie sich dem Betrachter, wobei ihre Gesichter und Körper seinem Blick distanzlos ausgeliefert sind.


Jenny Scobels Zeichenstil ist fotorealistisch und naiv zugleich. Weiche Schattierungen und zarte Farbgebung bilden die individuellen Züge der Dargestellten differenziert aus. Die Wachsschicht lässt Zeichnung wie Farben leicht durchscheinen und bricht sie optisch, was die plastische Wirkung weiter verfeinert und die haptische Qualität von Haut widerspiegelt. Die aus verschiedenen Vorlagen "montierten" Körper vereinen verschiedene Lebensalter in sich, auch sind ihre Proportionen verzerrt. Die Art der Zeichnung erinnert an Selbstporträts in Bleistift aus der Hand von Teenagern: Die stereotype Körperhaltung scheint für das Porträt eingefroren, die Frauen tragen unmodische, extravagante Kleider, während jedoch mit Hingabe individuelle physiognomische Merkmale zur Darstellung gebracht werden. Die Körper wirken nicht homogen, was die Figuren belebt und ihren Blick sprechend macht. Still und eindringlich zugleich ist ihre Präsenz, die sehr nahe geht.


Die Hintergründe sind teils in flimmerndem Dekor gemustert, teils zeigen sie Familienhäuser, Wohnzimmer, Gärten, Autos –€“ Symbole häuslichen Glücks und familiärer Harmonie, aber doch auch Attribute, die sich so auffällig mit ins Bildfeld drängen, dass ihr ironischer Charakter und ihre sozialkritische Aussage unübersehbar ist: Die Personen erscheinen inmitten ihres derart charakterisierten Lebensumfelds wie in einem emotionalen Geflecht gefangen - ihr schwermütiger Blick ist ganz nach innen gerichtet, wie von Sorge erfüllt, die der Betrachter nur erahnen kann.


Jenny Scobel hat durch Ausstellungen u.a. in der Kunsthalle Fridericianum Kassel, der Galerie der Stadt Backnang, der Overbeck-Gesellschaft Lübeck sowie in den Galerien Zeno X in Antwerpen und Michel Soskine, Rita Krauss und DFN Gallery in New York mit ihrem Werk international Bekanntheit erlangt.

 

 

Ausstellungsansicht

Biografie Jenny Scobel