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Julia Kröpelin und Izumi Kobayashi - LICHTJAHRE  
   
15. September - 18. Oktober 2007  
Eröffnung am: 14. September 2007 - 18.00 - 22.00  
   
   

Die Doppelausstellung der in Karlsruhe lebenden Japanerin Izumi Kobayashi und Julia Kröpelin aus Düsseldorf ist auf den ersten Blick von einem sofort auffälligen Gegensatz geprägt: Bei Kobayashi eine weiche leuchtende Farbigkeit, bei Kröpelin ein nuanciertes schwarz-weiß. Doch dieser augenscheinliche Kontrast führt zu einer lebendigen Ausstellung, die im Gleichgewicht steht. Der Titel –€žLichtjahre–€œ ist wie ein gemeinsames Banner zu verstehen, denn mit diesem Begriff verbinden sich Assoziationen, die auf beide Werke bezogen werden können. Es gibt helle Stellen in Bildern beider Künstlerinnen, die wie Lichtpunkte wirken, und es gibt weitere Effekte, Elemente, die die organischen Strukturen überstrahlen und die Eindeutigkeit wegwischen.

 

Die dick mit weißer Farbe grundierten Leinwände von Julia Kröpelin zeigen Landschaften im weiteren Sinne, eine Vielfalt von sich durchdringenden und überlagerten Formen, die dem Medium –€žBleistiftzeichnung–€œ eine lange nicht gesehene Präsenz verschaffen. An manchen Stellen sind genau wiedergegebenen Details wie Bäume, Zäune oder Tiere zu erkennen, teilweise jedoch sind es nur mit Fantasie zu deutende Motive, die mehr eine Ahnung von Gegenständlichkeit vermitteln als eine klare Lesbarkeit. Mit dem Radiergummi, mit der wischenden Hand hat Julia Kröpelin in das Zeichnungsgeflecht eingegriffen. Diese widerstreitenden Bildelemente entwickeln in ihrer Direktheit eine soghafte Erzählstruktur, die, möglicherweise einer apokalyptischen Dramaturgie gehorchend, im Kopf des Betrachters explodieren, sofern er sich nicht vorher entzieht.

 

Die manchmal wie atmoshärische Erscheinungen wirkenden Linien, Kreis und Sternenpunkte bei Izumi Kobayashi lassen den Betrachter unwillkürlich an Darstellungen des Universums denken –€“ aber gelegentlich auch an eine durch Regentropfen punktierte Wasseroberfläche, oder die perspektivisch in der Dunkelheit verschwindenden Lichter einer Großstadt. Die Nicht-fassbarkeit des Bildortes unterstreicht die Empfindungen, die sich durch den Titel ergeben. Der Blick wird in die Farben hineingezogen wie in einen Raum, den man höchstens im Traum betreten kann. Die Bilder sind mit Eitempera auf Leinwand gemalt, die Farben sind tiefgründig und ruhig, viele feine Schattierungen führen zu einem unmerklichen Farbübergang selbst an Stellen, wo zwei Farben ineinander verlaufen . -- Fragmentierte Zeitlichkeit durch Aufsplitterung der Motivwelt bei Kröpelin, Zerdehnen der Zeit durch ihre Aufhebung in der kontemplativen Ruhe der schönen Bildwelten bei Kobayashi, dieser Gegensatz prägt die Ausstellung –€žLichtjahre–€œ.