loading...

GABRIELE BASCH –€“ AUFTRAG

 

Vernissage: Freitag, 16. Januar 2009, 18-22 Uhr

Ausstellung: 20. Januar –€“ 9. April 2009

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unter dem Titel –€žAUFTRAG–€œ zeigt Gabriele Basch neueste Malereien und Papierschnitte vom 20. Januar bis 20. März 2009 in der Galerie Uschi Kolb, Karlsruhe.

 

–€žAUFTRAG–€œ meint hier nicht nur den manuellen Prozess des Farbauftrags, sondern einen gedanklichen Weisungsauftrag, ein Gebot, eine Bestimmung und innere Notwendigkeit, mit der die Künstlerin die Anliegen ihrer Arbeit verfolgt.

 

Gabriele Basch beschäftigt sich in ihrem Werk mit der Gegensätzlichkeit von Malerei und Zeichnung, Farbe und Linie, Fläche und Raum. Sie malt auf Leinwand, schneidet in Papier und überschreitet die Bildgattungen mit der inszenatorischen Geste raumgreifender Installationen. Für ihre Karlsruher Ausstellung hat sie die Langwand der Galerie diagonal in einen Schwarz-Weiß-Kontrast getaucht, vor dem die groß- und kleinformatigen Exponate eine wechselhafte Raumwirkung entfalten.

 

Es sind die Erscheinungsformen der Erinnerung, denen die Künstlerin eine Gestalt verleiht. Gabriele Basch spürt den flüchtigen Alltagserscheinungen und beiläufig erhaschten Ansichten nach. Sie schöpft aus dem Formenkanon, der unsere Sehgewohnheiten infiltriert. Ornamente, Muster und Strukturen des Wiedererkennbaren, das Gestrüpp eines Unterholzes, das Flächenraster einer verfallenen Architektur, die grafischen Rapporte von Ranken oder das feine Gespinst einer Textilspitze bieten ihr Vorlage und Modell zur künstlerischen Rezeption. Unser Blick verstrickt sich in der Anziehungskraft jener vielfach geschichteten Bildgefüge und unverorteten Szenarien, die sich wie ein vergänglicher Hauch dem unmittelbaren Zugriff entziehen.

 

Grafische Hell-Dunkel-Kontraste, organische Gittergeflechte, leuchtende Farbvibrationen, zersplitterte Formfragmente und rhythmische Farbverläufe überwinden den Flächendekor und gerinnen zu einer malerischen Raumerfahrung, in der die Lichtwerte der Farbe eine entscheidende Rolle spielen. Denn im Werk von Gabriele Basch wird Farbe nicht mehr - wie in der abendländischen Malerei vom Mittelalter bis zum Impressionismus - als eine Funktion des Lichtes, sondern das Licht als eine Funktion der Farbe verstanden. Es moduliert den Raum.

 

Auch Gabriele Baschs Papierschnitte stehen im Dienst einer Auseinandersetzung mit dem Licht, das wie durch die Muster einer Gardine die schwebenden Bildmembranen durchdringt. Wie in der Bildhauerei dehnt sich das Formgefüge in den angrenzenden Umgebungsraum aus. Gabriele Basch verstärkt diese Ausdehnung durch die rückwärtige Farbfassung ihrer Papierschnitte. Manchmal ist auch die schwarz lackierte Schauseite eines Cut-outs in wechselnde Farbschimmer getaucht. Sie berichten von früheren Bildern und nagen an unserer Wahrnehmung. Immer wieder legt Gabriele Basch noch einen Silberstreif darüber. Flüchtige Lichtreflexe kokettieren an der Oberfläche einer Bildkunst, die sich ganz dem sinnlichen Erlebnis öffnet.

 

Dr. Stefanie Dathe

Ausstellungsansicht