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Höchstpersönlich: Freya Hattenberger  
   
10.3.07 - 28.4.07  
   

Präzise minimalistische Arrangements bestimmen die Videoarbeiten von Freya Hattenberger, die im vergangenen Jahr ihr Studium an der Kölner Kunsthochschule für Medien abgeschlossen hat. In vielen ihrer Videoarbeiten spielt sie selbst die Hauptrolle. Es sind vom Konzept her gezielt schlicht gehaltene Versuchsanordnungen, die sie für die Videokamera inszeniert.

Die in der Ausstellung gezeigten Videoperformances –€žsirene–€œ und –€žp.e.t.–€œ (oder auch –€žich bin`s–€œ) zeigen die Künstlerin, wie sie ohne Publikum nur für die Kamera agiert, vergleichbar mit einer Schauspielerin, die eine kleine Szene probt. Der entscheidende Unterschied liegt jedoch darin, daß hier nicht lange geprobt wird, um diese Szene später live für ein Publikum in eine größere Erzählung einzubauen, sondern das Aufgezeichnete ist bei der Präsentation auf dem Monitor das Endprodukt. Bei einer solchen Aufnahme ist die Handlung nicht mehr zu verändern, sondern das Aufgezeichnete muss unmittelbar stimmig sein. Proben und viele Wiederholungen führen nicht unbedingt zum Erfolg, sondern die erste, kreative und spontane Umsetzung einer schlüssigen Idee ist meist überzeugend.

Beim Video gehören Bild und Ton konstitutiv zusammen. Freya Hattenberger verwendet in ihren Arbeiten stets den Originalton der Aufnahmen, dessen konzeptionelle Gestaltung besonders in der Arbeit –€žsirene–€œ zum Tragen kommt. Die Bildebene des Videos wird durch den Sound erweitert und ergänzt.

Bei der Arbeit –€žpretty girl–€œ ist die Reihenfolge jedoch umgekehrt gewesen: hier standen Aufnahmen von der Stimme eines Mannes am Anfang der Arbeit, dessen Bild gar nicht mehr im Video auftaucht, sondern durch Freya Hattenberger selbst ersetzt wird. Erst nach langem Üben gelang es ihr, ihren Mund synchron zum Gesprochenen zu bewegen –€“ man hört den Mann und sieht die Frau. Das Erlebnis dieser irritierenden Montage führt unausweichlich zu Fragen, über was und mit wem eigentlich gesprochen wird. Aufgelöst werden diese Fragen nicht, der Betrachter muss für sich selbst zu einer Deutung kommen.

Die Videoarbeiten von Freya Hattenberger lösen beim Betrachter vielfältige Assoziationen aus, gegen die er sich gar nicht wehren kann. Erst nach und nach ergeben sich weitere Deutungsmöglichkeiten, und woran man zuerst denkt, sagt mehr über einen selbst aus als über das Kunstwerk. Nur eines ist am Ende klar, und es ist auch ein Schlüssel zur Kunst im Allgemeinen: Die größte Neugier erzeugt das, was wir nicht sehen oder erkennen können, und die geheimnisvollsten Filme spielen sich eben immer noch im eigenen Kopf ab.