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Dani Tull : THE ORIGIN OF CONSCIOUSNESS IN THE BREAKDOWN OF THE MIND

 

Vernissage: 13. Juni 2008, 18 - 20 Uhr

Ausstellung: 14. Juni - 2. August 2008

 

Dani Tulls Malereien sind aufregend direkt. Ihre Wirkungsmacht liegt am dargestellten Sujet –€“ –€ždie Entstehung der Menschheit–€œ –€“ welches auf der Bildfläche abgesetzt gegen psychedelische Batik-Hintergründe erscheint.

Der Künstler, der in Los Angeles wohnt, bringt zwei unterschiedliche formale Elemente in seinen Bildern zusammen: die Gegenständlichkeit der figurativen Szenen im unteren Teil des Bildes und die Abstraktion im Himmel darüber. Das ist vom Konzept her vergleichbar mit den zwei Sphären mittelalterlicher Gemälde, wo Personen vor oder unter einem Goldgrund gezeigt wurden. Tulls Hintergründe sind jedoch keine monochromen, sondern wild bewegte Farbflächen, in denen man sowohl surreale psychedelische Himmel als auch geradezu halluzinatorische Mikro- oder auch Makrokosmen sehen könnte. Sie muten auch wie Himmelsstimmungen ferner Galaxien an –€“ sind aber von der Technik her gebatikte Kreise, die die vergangene Mode der 1970er Jahre wieder zum Leben erwecken.

Auf die Frage, woher seine Anregungen stammen, führt Dani Tull zunächst sein Interesse an den Abbildungen der Höhlenmalereien von Lascaux in Südfrankreich an, aber auch die seit seiner Kindheit regelmäßig stattfindenden Besuche des County Museum of Los Angeles und des benachbarten Natural History Museums. So verschmolzen seine frühesten Erlebnisse von zeitgenössischer und klassischer Kunst mit den Betrachtungen von Dioramen und anderen Darstellungen vom urzeitlichen Leben und der Evolution der Menschheit.

Die Figuren seiner Malereien stellen Archetypen aus verschiedenen Entwicklungsstadien des Menschen dar, von affenartigen Neanderthalern bis zu primitiven zugekifften Hippies. Tull arbeitet oft mit echten Modellen, so castete er sowohl Freunde als auch einen Obdachlosen aus der Nachbarschaft. Einige seiner Figuren sind in klassischen –€žUrmenschen–€œ-Szenarios dargestellt, andere wiederum scheinen in einer Art Weltbetrachtung und dabei vonstatten gehenden psychologischen Erweiterung begriffen.

Zwei weit auseinander liegende Punkte der Geschichte der Menschheit werden in Tulls Bildern miteinander verschmolzen: Er greift auf der einen Seite unsere gegenwärtige Vorstellung von Steinzeitmenschen auf und verknüpft sie auf der anderen Seite mit der Gegenkultur- bzw. Sozialrevolutionsästhetik aus den 60er und 70er Jahren.

Tulls Arbeiten weisen aber auch auf die sogenannte –€žStoned Ape–€œ Theorie hin, die insbesondere vom Ethnobotaniker Terence McKenna vertreten wird. Diese Theorie besagt, dass, nachdem der nordafrikanische Dschungel am Ende der letzten Eiszeit langsam zurückwich und dabei den großen Steppen den Platz überließ, einige unserer bis dato baumbewohnenden Vorfahren die hohen schutzbietenden Bäume verließen, von da an ein Leben im offenen Land bevorzugten und dabei den riesigen Huftierherden folgten. Dabei futterten sie, was sich so entlang des Weges fand. Unter diesen neuen Nahrungsbestandteilen befanden sich auch psilocybin-haltige Pilze, die auf dem Dung der Huftiere wuchsen. Im Wesentlichen besagt die Theorie, dass das Reifen und Blühen des menschlichen Geistes und der menschlichen Kultur auf dem Impuls basiert, psychoaktive Pflanzen in die Nahrungspalette aufzunehmen.

 

Dani Tulls Ausstellung wird auch Fotografien zeigen, auf denen von Tull selbst angefertigte grobe forensische Reproduktionen von urzeitlichen Schädeln zu sehen sind. Die Skulpturen wurden nach dem Fotografieren zerstört, die Aufnahmen bleiben als Werk erhalten und stellen eine bildliche Erforschung der Psychologie von –€žAbstraktion–€œ und –€žForm–€œ dar.

 

Dani Tulls Ausstellung –€žThe Origin of Consciousness in the Breakdown of the Mind–€œ bietet uns in seiner psychedelisch revisionistischen Einstellung zur Evolution einen vielseitigen Blick auf das Phänomen –€žZeit–€œ –€“ in Vergangenheit und Gegenwart.